Omas nasse Waffeln

Zutaten:

  • 250 g Mehl
  • 10 g Hefe
  • ½ l Milch
  • 3 Eier
  • 175 g Zucker
  • 80 g Butter

 

Zubereitung:

Man setzt aus den angegebenen Zutaten einen Hefeteig an und läßt ihn aufgehen. Das heiße Waffeleisen reibt man mit Butter (oder einer Speckschwarte) gut aus. Man füllt etwas Teig ein und backt ihn hellbraun. Danach sofort mit Zucker (und eventuell mit gemahlenem Anis oder Zimt) bestreuen.

Die alten Herde hatten über der Feuerung einzelne Ringe zum Abnehmen. Auf das offene Feuer wurde das gußeiserne Waffeleisen gesetzt. Es besaß eine Vorrichtung zum Wenden, so daß beide Seiten der Waffeln gebacken werden konnten. Die herzförmigen oder viereckigen Waffeleisen gehörten zu jedem Haushalt. Da vor 1850 Weizenmehl noch weithin unbekannt war, nahm man für die Waffeln Hafermehl. Später wurden Waffeln aus Weizenmehl, Backpulver und Fett hergestellt.

,Nasse Waffeln‘ wurden aus einem Hefeteig gebacken. Durch andere Backzutaten wie Rum, Vanille oder auch Buttermilch, brachten die Hausfrauen Abwechslung ins Waffelbacken. Eingerieben wurde das Waffeleisen nicht mit Butter sondern mittels einer Speckschwarte, die der Waffel einen besonders herzhaften Geschmack verlieh. Hatte die Hausfrau einmal das Waffeleisen herausgeholt, so wurde ein ganzer Stapel Waffeln gebacken. Am besten schmeckten sie zwar ganz frisch, aber auch kalt wurden sie noch gerne gegessen.

Schön war die Sitte, die auch bei uns noch vor zwei Jahrzehnten bekannt war, den Nachbarn ,de Koor‘ (zum Probieren) in Form von ein oder zwei Kränzen Waffeln vorbei zu bringen. Gerade so unverhofft schmeckten sie wohl am Allerbesten. Inzwischen hat das elektrische Waffeleisen das gußeiserne Eisen abgelöst. Es geht schneller mit den modernen Eisen, aber – so behaupten ältere Frauen – die Waffeln haben den herben ,Feuergeschmack‘ verloren.

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